Berichte und Fotos zum 1. Mai 2012 in Stuttgart

DemoBei Indymedia Linksunten finden sich 3 Berichte zur Demo und dem anschließenden Fest im Linken Zentrum Lilo Herrmann:

Fotos gibt es hier:

Auch vor und nach der Demo und dem Fest gab es Aktionen zum 1. Mai in Stuttgart:

Aufrufe:

Reden:

Ausserdem gibt es bei Youtube noch ein Kurzes Video mit Eindrücken von der Demo:

 

Mobi Video

Aufruf des Libertären Bündnis Ludwigsburg

Es ist Zeit!

Ein romantischer, anarchistischer Aufruf zur Revolutionären 1. Mai Demo in Stuttgart

Von klein auf werden wir in vorgegebene Zeitstrukturen (hinein)gezwängt.
Wir müssen innerhalb eines bereits perfekt durch strukturierten Lebenszeitplan funktionieren,
dabei möglichst besser und schneller sein als der Rest, immer ein Schritt voraus, wer zu langsam ist, bleibt auf der Strecke. (keine Zeit für Individuen). Wort- und kritiklos haben wir uns dieses Zeitkorsett angelegt, uns in den Arbeitsalltag eingeschnürt. Dabei bleibt für das wichtigste im Leben kein Platz, die Luft zum Atmen, zum Leben, Lieben und Reflektieren und zum glücklich zu sein.

Laut dem Gabler Wirtschaftslexikon heißt Freizeit für uns „Zeit außerhalb der Arbeitszeit, über deren Nutzung der Einzelne selbst (frei) entscheiden kann.“ Wir wollen aber keine übrig gebliebene, abgegrenzte Zeit des tyrannisierenden Arbeitsalltags. Wir wollen unsere Zeit frei leben. Gegen Organisation und Verplanung durch den Zwang zur Lohnarbeit.

Lasst uns aus dieser passiven Maschinerie ausbrechen, um uns selbst und aktiv zu organisieren. Lasst uns Raum und Zeit schaffen gegen diesen Leistungszwang und diese Unterdrückung der persönlichen Entfaltung. Für Partizipation und Rekreation. Prioritäten endlich anders setzen, Zeit investieren. Denn sie ist kostbar, aber kein Geld! Deswegen brauchen wir keine Zeitkonten und Zahlungsfristen, wir sind unser eigener Taktgeber*innen. Jede innere Uhr tickt anders!

Es ist Zeit die Uhr umzustellen!
Es ist Zeit das Leben in die eigene Hände zu nehmen!

Und es gibt Menschen die das tun. So werden aktuell in Griechenland, aus der Not heraus Krankenhäuser und weitere Infrastruktur besetzt und selbst verwaltet. Diese Menschen begreifen, dass sie keinen Staat mehr brauchen der sie bevormundet und unterdrückt, keinen Kapitalismus der sie ausbeutet und keinen Nationalismus, der sie teilt. Sie merken, dass das kollektive Agieren, das Zusammenstehen und das gemeinsame Leben viel mehr bietet, als ein vereinsamtes Leben im gnadenlosen Konkurrenzkampf des Kapitalismus.

Es ist Zeit,
Es ist Zeit aufzustehen!

Seid ein Teil davon, kommt zur Revolutionären 1. Mai Demo in Stuttgart!
Kämpft für eine solidarische und herrschaftsfreie Gesellschaft.

Kommt zur Revolutionären 1. Mai Demo um 11:30 Uhr am Schlossplatz in Stuttgart

Aufruf der Revolutionären Aktion Stuttgart

Für Solidarität und Klassenkampf

Seit mehr als 120 Jahren sind die Mobilisierungen am 1. Mai ein Anlass um für eine Welt jenseits des Kapitalismus auf die Straßen zu gehen. Millionen Menschen in allen Teilen der Welt setzen an diesem Tag ein gemeinsames Zeichen und beteiligen sich an den Demonstrationen und Kundgebungen.
Seit 2004 finden auch in Stuttgart wieder jährlich revolutionäre 1. Mai Mobilisierungen mit mehreren hundert TeilnehmerInnen statt.

Der Kapitalismus hat sich heute fast weltweit als herrschendes ökonomisches und politisches System durchgesetzt. Dass dies alles andere als ein Segen für die Menschheit ist, wird dabei immer deutlicher. Seit etwa einhundert Jahren vergeht kein Tag ohne Krieg oder militärische Auseinandersetzungen, Milliarden Menschen leben in Armut. Statt die vorhandenen Möglichkeiten im Interesse Aller zu nutzen, führen Erneuerungen von Technologien im Produktionsprozess zu immer schlechteren Arbeitsbedingungen und befördern die Arbeitslosigkeit. Weitere Folgen des „Fortschritts“ innerhalb der kapitalistischen Verhältnisse sind nicht zuletzt die kontinuierliche Zerstörung der Umwelt in einem beängstigendem Ausmaß, die Produktion immer vernichtenderer Waffen und die Aufrüstung von Geheimdiensten und Polizei. Die Privatisierungen in praktisch allen gesellschaftlichen Bereichen und damit deren Ausrichtung nach Kapital- und Verwertungsinteressen lässt den Lebensstandard für die Mehrheit der Bevölkerung zurückgehen. Die „Reformen“ im Bildungssektor, sowie im Gesundheitswesen führen zu immer mehr Stress in Schule und Universität und einer schlechteren Gesundheitsversorgung.
In Ländern wie Griechenland, Portugal und Spanien stehen viele Menschen bereits mit dem Rücken zur Wand und sind mit Massenentlassungen, Lohnkürzungen und dem Absturz in die Armut konfrontiert.
Bei all dem handelt es sich nicht um Fehler im System, sondern um den Fehler eines Systems, dass Konkurrenzkampf, Ausbeutung und Profitstreben um jeden Preis zur Grundlage hat. Selbst diejenigen, die es nicht als Ganzes hinterfragen, kritisieren es mal als Neoliberalismus, mal als Raubtierkapitalismus, mal als Globalisierung.

Nicht nur, aber umso deutlicher zeigt sich in der kapitalistischen Krise, wie notwendig es ist, dass wir uns selbst organisieren und unser Schicksal in die eigenen Hände nehmen. Warum auch sollten wir Schülerinnen und Schüler, Studierende, Erwerbslose, Arbeiterinnen und Arbeiter auf die Klasse der Sozialabbauer, Lohnkürzer und Kriegstreiber vertrauen? Warum sollten wir darauf hoffen, dass sie ihr kapitalistisches System wieder in Gang bekommen – ein System das auch ohne Krise Krieg, entfremdete Arbeitsbedingungen, Armut, Stress an Schule und Uni und viele weitere Überflüssigkeiten mit sich bringt? Statt denen zu vertrauen, die selbst in der Krise von diesem System profitieren und deren Lösungsvorschläge bei genauem Hinsehen durchweg auf unsere Kosten gehen, gilt es für eine Alternative einzutreten.
Es gilt effektive Widerstandsformen zu entwickeln und letztlich die Überwindung des Kapitalismus und den Aufbau einer befreiten Gesellschaftsordnung auf die Tagesordnung zu setzen. Viele Bewegungen, Organisierungen, Streiks, Blockadeaktionen und weitere Massenproteste weltweit weisen dahingehend in die richtige Richtung: Klassenkampf gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Lohnabhängigen! Widerstand gegen Krieg und Aufrüstung! Internationale Solidarität statt Nationalismus! Antifaschistischer Kampf gegen die rechten Hetzer, die Sündenböcke für die Krisensymptome suchen! Dafür gilt es zu protestieren, zu streiken, zu kämpfen und sich zu organisieren.

Im Rahmen der diesjährigen 1. Mai Mobilisierung in Stuttgart, gibt es eine Reihe von Terminen, an denen sich informiert, diskutiert und gemeinsam gehandelt werden kann. So beschränken wir uns nicht auf eine Demonstration, sondern gestalten eine umfassende Mobilisierung, die unsere Aktivitäten auch langfristig stärken kann.

Kommt zu den Veranstaltungen!
Beteiligt Euch an der Mobilisierung!

Gemeinsam, solidarisch und entschlossen: Den Klassenkampf organisieren! Heraus zum Revolutionären 1. Mai 2012!

Auch in diesem Jahr werden wir am internationalen Kampftag der Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter gemeinsam in Stuttgart auf die Straße gehen. Dabei werden wir lautstark und kraftvoll für eine Perspektive jenseits des Kapitalismus eintreten, für eine befreite Gesellschaft ohne Ausbeutung und die Angriffe des Kapitals, ohne imperialistische Kriege, ohne patriarchale Unterdrückung und ohne Rassismus und Faschismus.

Wir beteiligen uns zunächst an der Demonstration der Gewerkschaften und machen dort die Notwendigkeit des Klassenkampfes, bis hin zur Übernahme der Produktionsmittel durch die Beschäftigten deutlich. Im Anschluss daran startet die Revolutionäre 1. Mai Demonstration in der Innenstadt und führt nach Stuttgart-Heslach. Dort findet im Anschluss an die Demonstration ein Polit- und Kulturfest im Linken Zentrum Lilo Herrmann statt, u.a. mit Auftritten von Microphone Mafia und Dirt Effect.