Archiv für April 2013

Heraus zum 1. Mai 2013 – Für eine revolutionäre Perspektive!

1. Mai

Zum zehnten mal in Folge findet in diesem Jahr die Mobilisierung zum revolutionären 1. Mai in Stuttgart statt. Es wird im Vorfeld noch mehrere Aktivitäten geben, am 1. Mai dann einen antikapitalistischen Block bei der DGB-Demo am morgen, die revolutionäre 1. Mai Demonstration im Anschluss und schließlich ein großes Fest mit Kulturprogramm im und vor dem Linken Zentrum Lilo Herrmann. Im folgenden sind weitere Infos und eine Übersicht über die Termine der Mobilisierung zu finden.

 Infotische
Am Freitag, den 19. April (Marienplatz) und am Donnerstag, den 25. April (Fußgängerzone Bad Cannstatt) gibt es jeweils von 16-19 Uhr Infotische. Dort sind die verschiedenen Materialien der diesjährigen Mobilisierung erhältlich.

 Open Air Kino

Am Freitag, den 26. April werden ab 19:30 Uhr Kurzfilme & Ausschnitte zu Streiks, Fabrikbesetzungen und weiteren Protestaktionen aus allen Teilen der Welt auf dem Marienplatz gezeigt. Dazu gibt es Infotische und Stellwände.

Bei Regen findet die Vorführung im Linken Zentrum Lilo Hermann (Böblingerstr. 105, Stuttgart-Heslach) statt.

 1. Mai

Der 1. Mai beginnt um 10 Uhr auf dem Marienplatz mit der DGB-Demo. Gewerkschaftliche und linke Gruppen rufen zu einem antikapitalistischen Block auf.

Im Anschluss startet um 11:30 Uhr die Revolutionäre 1. Mai Demo auf dem Schlossplatz. Die Demo wird nach Stuttgart-Heslach führen.
Ab 14 Uhr findet im und vor dem Linken Zentrum Lilo Herrmann das 1. Mai-Fest statt. Unter anderem sorgen hier Mighty Mammut Movement aus Düsseldorf mit Rap, Raggae und Ska für Stimmung. Außerdem gibt es Essen und Getränke, Stellwände, ein Quiz und mehr.

 Mobilisierungsmaterial

Aufrufe, Flyer und Plakate sind unter anderem im Infoladen Stuttgart (Böblingerstr. 105, Eingang Taubenstr.) Montags bis Freitags von 17-19 Uhr und Samstags ab 20 Uhr, sowie bei Veranstaltungen im Linken Zentrum erhältlich. Sie können auch per Mail bestellt werden: mail(aet)revolutionaere-aktion.org

Bei einem Basteltreffen können gemeinsam Schilder, Transparente, Fahnen etc. hergestellt werden. Es findet am Sonntag, den 27.04. ab 12 Uhr im Linken Zentrum Lilo Herrmann statt.

 Termine: 

 Vor dem 1. Mai:

  • Donnerstag, 19. April: Infotisch, 16-19 Uhr, Fußgängerzone, S-Bad Cannstatt
  • Donnerstag, 25. April: Infotisch, 16-19 Uhr, Marienplatz, S-Süd
  • Freitag, 26. April: Kurzfilmabend, Ab 19:30, Marienplatz, S-Süd
  • Samstag, 27. April: Basteltreffen, ab 12 Uhr, Linkes Zentrum

  Mittwoch, 1. Mai: 

  •  DGB-Demo, 10 Uhr, Marienplatz, S-Süd
  • Revolutionäre 1. Mai-Demo, 11:30 Uhr, Schlossplatz, S-Mitte
  • Internationalistisches Fest, 14:30 Uhr, Linkes Zentrum, S-Heslach

Heraus zum ersten Mai! (anarchistischer Aufruf)

Der Ursprung des Kampftages der Arbeiterbewegung ist der 1. Mai 1886. Bei landesweiten Streiks gingen hunderttausende Arbeiter*innen in den USA auf die Straße. Das Zentrum der Bewegung war Chi­cago, wo die Kämpfe zwischen den Ausgebeuteten und ihren Bossen am schärfsten und heftigsten geführt wurden. Dort gingen rund 80.000 Men­schen für die For­de­rung nach dem Achtstundentag auf die Straße. In den folgenden Tagen kam es zu Aus­ein­an­der­set­zungen zwi­schen Strei­kenden und Streik­bre­cher*innen. Bei an­schlie­ßenden Polizeiangriffen wurden meh­rere Ar­beiter*innen ge­tötet und un­zäh­lige ver­letzt. Infolgedessen wurden die Redner*innen der Versammlung auf dem Haymarket und andere Anarchist*innen verhaftet und fünf von ihnen zum Tode verurteilt.

Seitdem wurden unzählige Kämpfe geführt, die teilweise zu gewissen Verbesserungen aber auch zu Niederlagen geführt haben. Am großen Ganzen hat sich jedoch nicht viel getan: die Ausbeutung der verarmenden Mehrheit ermöglicht denjenigen, die im kapitalistischen Überlebenskampf Wettbewerbsvorteile haben, mehr Kapital anzuhäufen als jemals zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse notwendig wäre. Daher rufen wir, Anarchist*innen und Libertäre, auch in diesem Jahr zur revolutionären Demonstration am 1. Mai in Stuttgart auf!

Die herrschende Gewalt…

Die Wirtschaftskrise geht nunmehr in ihr fünftes Jahr. Es ist unbestritten die schwerste Weltwirtschaftskrise seit 1929 und ein mögliches Ende scheint nicht in Sicht. Von der Finanzkrise, über die Weltwirtschaftskrise nun zur Staatsschuldenkrise. In Europa sind bisher die Menschen in den südlichen Regionen – Griechenland, Spanien, Portugal, Italien, Zypern – am heftigsten betroffen. Aber auch der gewöhnliche kapitalistische Normalzustand hier in Deutschland, einem vermeintlich ruhigen Zentrum der Krisenhurrikans, macht uns wütend!

In den staatlichen Institutionen, bereits im Kindergarten, über die Schule bis hin zu den Universitäten (sofern man uns soweit kommen lässt) wird uns angepasstes Verhalten eingetrichtert: Ein funktionierender Mensch befindet sich im ständigen Kräftemessen mit anderen. Es wird uns vorgegaukelt, dass wir nur härter arbeiten müssten als der Rest um ganz nach oben zu kommen. Doch die Enttäuschung kommt schnell: Das Märchen der Chancengleichheit, das wir uns gegenseitig erzählen, zerbröckelt angesichts der Realität. Letztlich bestimmen materieller Besitz, Beziehungen, Geschlecht und Herkunft wie weit wir kommen. Solange dieses Systems besteht, gibt es keine Alternative: Entweder wir spielen mit und sorgen dafür, dass der Laden läuft, oder wir verwirken die Möglichkeit zu existieren.

Unsere Identität dürfen wir uns aus den Jobs, die wir ausüben, und den Produkten, die wir kaufen zusammenbasteln. Durch staatliche Gewalt werden wir in dieser Glitzerwelt eingesperrt. Wer sich nicht kaputtarbeiten will, kriegt Probleme mit dem Arbeitsamt und wird mit Armut bedroht; wer zu wenig Geld hat und trotzdem nicht auf die schönen Konsumartikel verzichten will, wird wegen Diebstahl von den Bullen gejagt und landet im Knast.

Zynisch ist daran, dass mit den heutigen Produktionsmitteln (Rohstoffe, Maschinen, …) andere Zustände möglich wären: Während tonnenweise Lebensmittel weggeschmissen werden und überall Wohnungen leer stehen, werden Menschen, die sich diese nicht leisten können, zu Hunger und Obdachlosigkeit gezwungen. Obwohl viele keinen Job finden, machen andere Überstunden bis zum Burnout. Totale Verwertung statt Produktion zur Bedürfnissbefriedigung.

Doch leider gewinnen für diejenigen, die die Zustände nicht kritisch hinterfragen wollen, auch andere, scheinbar einfache Erklärungsversuche an Attraktivität: Die Schuld für soziale Missständen wird zunehmend im Fremden und Unangepassten gesucht – z.B. bei denen, die sich in ihrem Aussehen, ihrer Herkunft, ihrer Kultur oder ihrer Geschlechtsidentität von der hier vorherrschenden weißen, deutschen Mehrheitsgesellschaft unterscheiden. Die Konsequenz davon ist viel zu oft tödlich.

Wenn wir tatsächlich diese Grenzen in den Köpfen niederreißen wollen, gilt es aktiv zu werden und alternative Konzepte zu entwickeln. Das klappt aber nicht alleine! Nur wenn wir uns zusammenschließen können wir die Geschichte nach unseren Vorstellungen weiterschreiben!

…und unsere Antwort: Organize!

Organisieren bedeutet für uns nicht nur gemeinsam auf Demos zu gehen! Organisation sollte kein Selbstzweck sein, kein notwendiges Übel, sondern Selbstorganisation: Statt auf die Revolution zu warten erproben wir schon heute herrschaftsfreie Strukturen und Praxen und entwickeln diese weiter. Freiräume werden erkämpft, um darin zu leben, darin zu arbeiten, sie zu erweitern. Wir teilen unsere Erfahrungen und Fähigkeiten, experimentieren und machen Fehler um anschließend aus ihnen zu lernen und zu wachsen. Es geht darum, alternative betriebliche Strukturen zu etablieren und unsere Forderungen und Kämpfe auch in die Arbeitswelt zu tragen. Es geht um den Aufbau von kollektiv und selbstverwalteter Produktion jenseits von kapitalistischer Warengesellschaft und der Bevormundung durch Lohnarbeit.

Wir versuchen nicht mit einem 3-Prozent-Kompromiss aus Tarifverhandlungen hinausgehen oder mehr “Vertreter*innen” für unsere Interessen in die Parlamente zu schicken. Organisieren heißt für uns nicht in eine Partei (oder DGB-Gewerkschaft) einzutreten um Posten nachzujagen, sondern das eigene Leben selbst in die Hand zu nehmen. Wir wollen unser Leben, unsere Beziehungen und unser Miteinander nach unseren Vorstellungen gestalten: Solidarität und Empathie statt Konkurrenz und Ausgrenzung. Statt Arbeitskraft und Verwertbarkeit sollen die Bedürfnisse, Interessen und Fähigkeiten, also der Mensch an sich, im Mittelpunkt stehen. Kurz: Es geht um nicht weniger als einen radikalen Bruch mit den bestehenden Verhältnissen.

Dabei können ohne Probleme unterschiedliche Ideen nebeneinander existieren und voneinander profitieren solange sie sich respektieren und gegenseitig zulassen. Wichtig ist nur, schon jetzt zu beginnen sich zu vernetzen, gemeinsame Lösungen zu finden und solidarisch und entschlossen für die Befreiung aller Menschen zu kämpfen.

Ob wir momentan kurz vor einer gesellschaftliche Umwälzung stehen oder nicht spielt für uns zunächst keine Rolle. Sicher ist aber, dass unsere Träume und Bedürfnisse, aufgrund unerbittlicher Kapitalinteressen, ständigen Angriffen ausgesetzt sind, die sich in Zeiten sozialer Revolten noch verschärfen werden. Worauf sollen wir warten? Das Bestehende wurde von Menschen erschaffen, wird durch das Denken und Handeln von Menschen aufrecht erhalten und kann durch diese auch verändert werden.

Lasst uns die existierenden Kämpfe vorantreiben und die Widersprüche in dieser Gesellschaft sichtbar machen, damit sich die rebellischen Feuer in den Herzen der Ausgebeuteten weiter ausbreiten! Der Kapitalismus ist nicht das “Ende der Geschichte”!

Gründet Antifagruppen, Freiraum-Initiativen, Betriebsgruppen, SchülerInnen-Gruppen, Stadtteil-Projekte!

Bildet euch, bildet andere, bildet Banden!

Libertäres Bündnis Ludwigsburg (FdA)
Freie Arbeiterinnen- und Arbeiter-Union Stuttgart (FAU/FdA)

Bundesweiter Aufruf: Für eine Revolutionäre Perspektive‭! ‬Heraus zum‭ ‬1.‭ ‬Mai‭ ‬2013‭!

Generalstreiks,‭ ‬Massendemonstrationen,‭ ‬Besetzungen und Betriebsenteignungen.‭ ‬Was jahrzehntelang kaum Thema in Europa war,‭ ‬totgeschwiegen oder verteufelt wurde,‭ ‬bewegt heute international wieder Tausende.‭ ‬In Kämpfen in Betrieben und auf den Straßen krisengeschüttelter Staaten wie Griechenland,‭ ‬Portugal oder Spanien,‭ ‬werden die desaströsen Sparprogramme der Regierungen,‭ ‬die sich zur Rettung des Kapitalismus ver-pflichtet haben,‭ ‬wieder ganz offen in Frage gestellt.‭ ‬Große Bevölkerungsteile wehren sich dort schlagkräftig gegen das Verarmungsdiktat der Troika,‭ ‬des Dreiergespanns aus IWF,‭ ‬EZB und EU-Kommission.
Und selbst die jahrzehntelange oberflächliche Ruhe und vermeintliche Sicherheit in der Bundesrepublik beginnt im umfassenden Raubbau an den Arbeits-‭ ‬und Lebensbedingungen der Lohnabhängigen in Wellen von massenhaftem Unmut und Desillusionierung zu bröckeln.‭ ‬Welche langfristigen Auswirkungen sich daraus für die heutige Gesellschaft ergeben,‭ ‬ist letztendlich noch nicht entschieden.‭ ‬Fest steht:‭ ‬Die heutige Gesellschaftsordnung ist nicht in Stein gemeißelt‭!

Was heute in vielfältigen Formen wieder die Bühne der Geschichte betritt,‭ ‬bildet die eigentliche Grundlage aller gesellschaftlichen Entwicklungen.‭ ‬In den Kämpfen um die Lebens-‭ ‬und Arbeitsbedingungen,‭ ‬um die Verteilung des gesellschaftlichen Reichtums,‭ ‬entwickelt sich das wichtigste soziale Kräfteverhältnis:‭ ‬Der Gegensatz zwischen den Interessen der Masse der lohnabhängigen Bevölkerung und den Verwertungsinteressen der kapitalistischen besitzenden Klasse.‭ ‬Ob nun die blutigen Kämpfe für eine Arbeitszeitbegrenzung auf‭ ‬8‭ ‬Stunden am Tag vor über‭ ‬120‭ ‬Jahren,‭ ‬oder die aktuellen Kämpfe gegen die Abwälzung der Krisenlasten auf die Lohnabhängigen in Europa:‭ ‬Wohin die Gesellschaft sich entwickelt und ob dabei die Interessen der Bevölkerungsmehrheit,‭ ‬oder das Profitstreben einer Minderheit im Mittelpunkt stehen,‭ ‬hängt von den Auseinandersetzungen der sich gegenüberstehenden Klassen ab.

Das kapitalistische System hat sich in den letzten Jahrzehnten in einer gnadenlosen Profitjagd über den gesamten Globus in eine tiefe Krise gewirtschaftet.‭ ‬Das enorm hohe Produktionsniveau übersteigt in zunehmenden Maße die Kapazitäten vorhandener Absatzmärkte,‭ ‬was Überproduktionskrisen und die massenhafte Entwertung von Kapital in verschiedenen Bereichen mit sich bringt.‭ ‬Die inzwischen geplatzte IT-Blase Anfang der‭ ‬2000er Jahre,‭ ‬die Flaute der Automobilindustrie oder die Immobilienkrise in mehreren Ländern sind dafür ein paar wenige Beispiele.‭ ‬In den letzten‭ ‬30‭ ‬Jahren hat die rückläufige Rentabilität der Realwirtschaft zugleich dazu geführt,‭ ‬dass Kapital in erster Linie im Finanzsektor,‭ ‬in der Sphäre von Zahlungsansprüchen und Eigentumstiteln,‭ ‬konzentriert wurde.‭ ‬Das Platzen dieser Finanzblase hat allerdings schwerwiegende soziale und wirtschaftliche Folgen.‭ ‬Durch Immobilienspekulationen zusammenbrechende US-Banken,‭ ‬einbrechende Absätze der weltweiten Automobilindustrie,‭ ‬rücklaufende Profite in der exportorientierten deutschen Metall-,‭ ‬Elektro-,‭ ‬Chemieindustrie und Stahlproduktion,‭ ‬kostenspielige staatliche Eingriffe zur Konjunkturhilfe in ganz Europa und den USA‭ ‬-‭ ‬einem Dominospiel ähnlich,‭ ‬wandern die eingefahrenen Verluste durch Konzerne und Finanzinstitute.‭ ‬Die Reaktionen sind einheitlich:‭ ‬Mit allen Mitteln sollen die entstandenen Schäden der Besitzenden ausgeglichen werden,‭ ‬um die Kontrolle über das Wirtschaftssystem bei eben den Institutionen zu belassen,‭ ‬die den Krisenkurs erst voran getrieben haben:‭ ‬Banken,‭ ‬Konzerne und die Führungs-‭ ‬und Verwaltungsetagen kapitalistischer Staaten.

Was das für die Bevölkerungsmehrheit heißt,‭ ‬die sich nicht durch eigenen Besitz,‭ ‬oder eine privilegierte Stellung in der kulturellen,‭ ‬wissenschaftlichen,‭ ‬oder politischen Landschaft,‭ ‬über Wasser halten kann,‭ ‬ist schon lange kein Geheimnis mehr:‭ ‬Lohnabhängigen werden selbst Mindeststandards ihrer Arbeitsbedingungen und der sozialen Sicherung entrissen.‭ ‬Prekäre Arbeitsverhältnisse wie Leih-‭ ‬oder Zeitarbeit und Minijobs nehmen inzwischen über ein Viertel aller Anstellungen ein,‭ ‬während das Lohnniveau stetig sinkt und der oftmals unvermeidliche Schritt in die Arbeitslosigkeit einer Dauerkarte für ein ruheloses Leben auf Ämtern und mit ständigen Geldsorgen gleichkommt.‭ ‬Die kapitalistischen Staaten ergänzen die Abstriche der Unternehmen mit einer vehementen Sparpolitik,‭ ‬die neben dem Abschreiben der Arbeitslosen ein zunehmend privatisiertes Gesundheitswesen und ein völlig ausgehöhltes Bildungs-system hervorbringt,‭ ‬das Heranwachsende aus unteren Schichten allenfalls im Niedriglohnsektor eine‭ „‬Perspektive‭“ ‬schafft.‭
Um in diesem Prozess der zunehm-enden Enteignung und Entwertung großer Teile der Bevölkerung,‭ ‬die Kontrolle zu bewahren,‭ ‬kommt dem Ausbau staatlicher Sicherheitsmaßnahmen aktuell eine besonders wichtige Rolle zu.‭ ‬Das Experimentieren mit Systemen zur großflächigen sozialen Kontrolle und zur massenhaften Datenerfassung,‭ ‬sowie präventive Aufstandsbekämpfungsprogramme gehören ebenso zum Repertoire deutscher Sicherheitsbehörden,‭ ‬wie die Unterstützung europaweiter Einsätze zum Abfangen von Flüchtlingen.‭ ‬Außerdem sollen immer umfassendere und aggressivere Polizeiauftritte auf fortschrittlichen Demonstrationen,‭ ‬bei Fußballspielen und bei staatsoffiziellen Anlässen,‭ ‬ebenso wie die zunehmende Videoüberwachung öffentlicher Plätze in der BRD,‭ ‬ungewünschte Massendynamiken schon im Vorhinein unterbinden.

Die offensichtliche Aggressivität,‭ ‬die zur Aufrechterhaltung des Kapitalismus nach Innen angewendet wird,‭ ‬spiegelt sich ebenso in der weltweiten Sicherung von Einflusssphären und Absatzmärkten wider.‭ ‬Dabei treten Vorreiterstaaten wie die USA,‭ ‬Deutschland,‭ ‬Großbritannien und Frankreich als Konkurrenten und Bündnispartner zugleich in den Vordergrund und ziehen einen Koloss aus NATO-‭ ‬oder EU-Verbündeten hinter sich her.‭ ‬Unliebsame Staatsführungen,‭ ‬die ihre Märkte und Ressourcen den imperialistischen Staaten nicht ausreichend zugänglich machen,‭ ‬werden mit weitreichenden wirtschaftlichen Embargos belegt und durch mili-tärischen Druck eingeschüchtert,‭ ‬oder gleich komplett entmachtet und ersetzt.‭ ‬Was in Ägypten noch ohne direkte Militär-intervention funktioniert hat,‭ ‬wurde in Libyen mit Bombardierungen durchgesetzt und soll heute in Syrien wieder mit Waffengewalt erkämpft werden:‭ ‬Gerade die rohstoffreichen oder geostrategisch wichtigen Staaten des Nahen Ostens sollen nicht etwa demokratisiert und von ihren reaktionären Regimen befreit,‭ ‬sondern wieder unter westliche Kontrolle gebracht werden‭ ‬-‭ ‬ungeachtet massiver Zerstörungen und Opfern unter allen Teilen der Bevölkerung.

Die weltweiten kapitalistischen Verwertungsstrategien und die beinahe synchron ablaufenden Angriffe gegen Lohnabhängige in den europäischen Staaten,‭ ‬lassen uns hier nur eine Wahl:‭ ‬Kämpfen lernen,‭ ‬Widerstand organisieren,‭ ‬Gegenmacht aufbauen‭! ‬Im herrschenden System der globalen Ausrichtung aller menschlichen,‭ ‬technischen und ökologischen Potenziale dieser Welt nach den Profitinteressen einer kleinen profitierenden Klasse,‭ ‬kann es für uns keine Perspektive geben.‭ ‬In jeder Hinsicht vereinzelt und auf die Stärke unserer Ellbogen angewiesen,‭ ‬können wir uns im Spiel der Herrschenden,‭ ‬in der Hoffnung auf einige übriggebliebene Brotkrumen,‭ ‬lediglich herumschieben lassen.‭ ‬Es sei denn wir gehen kollektiv und organisiert an den Aufbau gesellschaftlicher Alternativen‭ ‬-‭ ‬gegen die kapitalistische Ordnung‭!

Das‭ ‬Ringen mit den Herrschenden um größere Stücke vom Kuchen und mehr Mitbestimmung ist dabei zwar der richtige Ansatz,‭ ‬kann uns allein aber keine langfristigen Perspektiven bieten.‭ ‬Der Ausblick auf eine Organisation aller gesellschaftlichen Belange nach den menschlichen Bedürfnissen,‭ ‬also auf eine sozialistische Gesellschaftsordnung,‭ ‬muss schon in unserem heutigen Handeln erkennbar sein.‭ ‬Sowohl in den alltäglichen Arbeitskämpfen und Sozialprotesten für die Durchsetzung unserer Interessen gegen die Kapitalistenklasse und den bürgerlichen Staat,‭ ‬als auch in den Kämpfen gegen Rassismus,‭ ‬imperialistischen Krieg,‭ ‬das Patriarchat,‭ ‬oder Umweltzerstörung,‭ ‬müssen wir uns daher solidarisch und effektiv organisieren.
Eine massenhafte revolutionäre Bewegung,‭ ‬die es begreift,‭ ‬das kapitalistische System letztendlich aus den Angeln zu heben,‭ ‬entsteht nicht nur in spontanen Kämpfen.‭ ‬Sie entwickelt sich vielmehr in einem lang angelegten Organisierungs-prozess.‭ ‬In diesem Prozess gilt es,‭ ‬die verschiedenen fortschrittlichen Dynamiken und Kämpfe aufzugreifen und in einer gemeinsamen Perspektive zusammenzuführen.‭ ‬Das kann nur durch kontinuierliche Arbeit in all diesen Bereichen,‭ ‬durch eine andauernde Weiterentwicklung und Schärfung von Einschätzungen und Positionen und die kollektive Verwertung gemachter Erfahrungen gelingen.‭ ‬Kurz:‭ ‬Allein in festen Organisierungen werden wir in der Lage sein,‭ ‬die heute zumeist noch sehr diffuse und unsichere Ablehnung der herrschenden Verhältnisse innerhalb der lohnabhängigen Klasse in eine bewusste und hand-lungsfähige Kraft zu verwandeln,‭ ‬die den herrschenden Eigentumsverhältnissen mitreißend und mit klarer Perspektive den Kampf ansagt.

Es geht uns um nichts weniger,‭ ‬als den Aufbau einer kommunistischen Gesellschaftsordnung,‭ ‬die nicht mehr auf der strukturellen Ausbeutung des Menschen durch den Menschen beruht.‭ ‬Es geht um die sinnvolle Nutzung und Weiterentwicklung der technischen und wissenschaftlichen Möglichkeiten zur vernünftigen Organisation und Kontrolle aller gesellschaftlichen Erfordernisse.‭ ‬Letztendlich geht es um die gemeinsame Gestaltung einer Gesellschaft,‭ ‬die alle Potenziale des Menschen und seiner Umwelt nutzt,‭ ‬um sie den vielfältigen Bedürfnissen der Menschen gleichberechtigt zur Verfügung zu stellen.

Was heute nach Utopie klingen mag,‭ ‬stellt die einzige lebenswerte Alternative zum kapitalistischen Teufelskreis der konkurrierenden Profitvermehrung dar.‭
Das Aufbegehren,‭ ‬Streiken,‭ ‬Besetzen und Protestieren von millionen Menschen in arabischen und europäischen Staaten der letzten Monate,‭ ‬die grenzübergreifende Kommunikation,‭ ‬Solidarität und Anteilnahme zeigt,‭ ‬dass die internationalen Zusammenhänge der Widersprüche zwischen Lohnabhängigen und herrschender Klasse sich nicht einfach verschleiern lassen‭ ‬-‭ ‬trotz unterschiedlicher Lebensrealitäten und jahrzehntelangem Burgfrieden.‭ ‬Dieses Potenzial gilt es an allen Ecken und Enden zu einer organisierten Gegenmacht von unten aufzubauen.
Tragen wir unseren Teil dazu bei‭! ‬Am internationalen Kampftag der Arbeiterinnen und Arbeiter auf die Straße‭!

Heraus zum revolutionären‭ ‬1.‭ ‬Mai‭!
Für den Kommunismus‭!

Revolutionäre Aktion Stuttgart
Revolutionäre Perspektive Berlin
Projekt Revolutionäre Perspektive Hamburg
Linke Aktion Villingen-Schwenningen
Rote Aktion Mannheim
Antikapitalistische Linke München