Revolutionäre 1. Mai Demonstration mit 600 TeilnehmerInnen in Stuttgart

Der 1. Mai begann in Stuttgart um 11 Uhr mit der Demonstration der Gewerkschaften, an der sich ca. 1600 Menschen beteiligten. Bundesweit nahmen nach Gewerkschaftsangaben mehr als 500 000 Menschen an Kundgebungen und Demonstrationen des DGB teil.
Am Abschlusskundgebungsplatz der Gewerkschaftsdemonstration formierte sich ein Demonstrationszug mit etwa 350 Menschen, der durch die Fußgängerzone weiter zum Auftaktort der Revolutionären 1. Mai Demonstration zog. Die Polizei, die im vergangenen Jahr (erfolglos) versuchte diese unangemeldete “Zwischendemonstration” aufzuhalten, schritt nicht ein.
Trotz eines technischen Defekts beim Auftakt der Revolutionären 1. Mai Demonstration, bei der die Lautsprecheranlage kaputt ging, startete die Demonstration mit guter Stimmung und etwa 600 TeilnehmerInnen. Eine Gruppe Zivilpolizisten die, wie in Stuttgart üblich, die DemonstrationsteilnehmerInnen observierte und provozierte, wurde mit großen “Achtung Zivil Polizei” Schildern geoutet. Sie wurde daraufhin von zahlreichen DemonstrantInnen bedrängt und zog sich von der Demonstration zurück. Die Demonstration zog mit Parolen wie “Kampf auf der Straße, Streik in der Fabrik – das ist unsere Antwort auf ihre Politik” und “Widerstand global – gegen Krieg und Kapital” durch die Stadt. Aufgrund der defekten Lautsprecheranlage waren allerdings leider keine Reden möglich.
Nach dem Ende der Demonstration fand bei gutem Wetter ein 1. Mai Fest in der Nähe des Abschlusskundgebungsplatzes statt. Dort wurde bis in den Abend gefeiert und diskutiert. Bundesweit gab es Aktivitäten zum Revolutionären 1. Mai u.a. in Nürnberg, Osnabrück, Wuppertal, Hamburg, Berlin und Potsdam. In Heppenheim, Ladenburg und Weinheim sowie in Leipzig und Rostock protestierten mehrere tausend AntifaschistInnen gegen Aufmärsche von Nazis.Fazit:
Die Revolutionäre 1. Mai Demonstration in Stuttgart war mit etwa 600 Menschen deutlich größer als in den vergangenen zwei Jahren. Diesen Trend gilt es natürlich in den nächsten Jahren fortzusetzen. Es gilt aber auch, die erfolgreiche Mobilisierung als Antrieb zu nutzen, um gemeinsam und kontinuierlich revolutionäre Aktivitäten und Mobilisierungen in Stuttgart zu organisieren. Die nächsten Termine stehen mit einer landesweiten Demonstration für linke Freiräume am 20. Mai, einer Mobilisierung zur Großdemonstration gegen Sozialabbau in Berlin am 3. Juni, einer Demonstration gegen die staatliche Repression in Baden-Württemberg und zum Anti-G8 Camp im August bereits an. In der Mobilisierung zum Revolutionären 1. Mai wurde jedoch bewusst auch die Notwendigkeit thematisiert, sich nicht nur im Aktionismus zu erschöpfen, sondern dabei kontinuierlich arbeitende Strukturen aufzubauen und Diskussionen über die Perspektiven revolutionärer Politik voranzubringen.
Am 1. Mai 2007 wird sich dann zeigen, ob es durch kontinuierliche Revolutionäre Theorie und Praxis über das Jahr geglückt ist, die Mobilisierungsstärke weiter auszubauen und mit einer noch größeren und kämpferischen Demonstration den 1. Mai zu begehen.