Hallo liebe Genossinnen und Genossen, liebe Freundinnen und Freunde

Ich spreche als Vertreterin der Revolutionären Aktion Stuttgart.
Wir können bei Anlässen wie diesem leider nicht offen auftreten, da es schon seit einigen Jahren immer wieder Ermittlungsverfahren und Kriminalisierungsversuche gegen uns gibt. Die Repressalien reichen von Hausdurchsuchungen und Strafprozessen wegen unseren Aufrufen zur Verhinderung von Nazi-Aufmärschen bis zu Ausreiseverboten für AktivistInnen, mit der Begründung sie stünden mit uns in Kontakt und seien daher als militant einzustufen.
Wir haben uns dazu entschieden unsere Struktur vor der staatlichen Repression zu schützen um uns auch zukünftig möglichst weitgehend auf die Weise engagieren zu können, die wir für richtig halten.

Heute finden erstmalig seit vielen Jahren wieder in mehreren Städten in Baden-Württemberg, in Villingen-Schwenningen, Heilbronn, Mannheim und Karlsruhe eigenständige revolutionäre 1. Mai Mobilisierungen statt. Wir haben von dort und aus noch weiteren Städten Grußworte erhalten. Wir grüßen auch von hier aus die Genossinnen und Genossen in den anderen Städten und wünschen ihnen eine kämpferische 1. Mai Mobilisierung.

Die kapitalistische Krise, die nun schon seit mehreren Jahren aktuell ist, führt in immer mehr Ländern zu tiefgreifenden Angriffen auf die Klasse der Arbeiterinnen und Arbeiter. In Griechenland und weiteren europäischen Ländern zeigt sich welche verheerenden Auswirkungen dieses System immer wieder mit sich bringt.
Dabei hat der Kapitalismus nie ohne Krieg, ohne die Ausplünderung vieler Regionen, ohne die Ausbeutung durch die Kapitalistenklasse, ohne die Gestaltung weitreichender gesellschaftlicher Bereiche nach Kapitalinteressen und ohne die Unterdrückung fortschrittlicher Kräfte existiert. Es gab also schon immer mehr als genügend Gründe um für seine Überwindung einzutreten. Wenn dieses System aber einmal mehr der Mehrheit der Menschen in den kapitalistischen Zentren die Lebensgrundlage raubt, sie verarmen lässt und die Ausbeutung noch weiter intensiviert, wird es höchste Zeit, die Situation zu nutzen um einen revolutionären Prozess auch hier wieder in Gang zu setzen. Es ist schließlich nur eine Frage der Zeit, bis auch diejenigen Teile der Lohnabhängigen, die momentan noch nicht, wie so viele andere, mit dem Rücken zur Wand stehen, mit den Krisenerscheinungen dieses Systems konfrontiert werden.

Unsere revolutionären Bewegungen und Strukturen blicken auf viele Jahrzehnte voller Erfahrungen zurück. Wir haben dabei Erfolge erzielt aber auch viele Niederlagen hinnehmen müssen. In der BRD befinden wir uns nach wie vor in einer schwierigen Situation: Wir sind mit einem aufgerüstetem Staatsapparat, mit der Deutungshoheit der bürgerlichen Medien und mit der weitgehenden gesellschaftlichen Isolation der revolutionären Kräfte konfrontiert.
Nichtsdestotrotz gilt es für uns wieder in die Offensive zu kommen, unsere Unzulänglichkeiten zu überwinden und mit viel Geduld, Kontinuität und Verantwortung für eine revolutionäre Veränderung der Verhältnisse einzutreten.
Nicht dem Kapitalismus darf die Zukunft gehören, sondern einer kommunistischen Gesellschaftsordnung die auf Solidarität und dem gemeinsamen Handeln Aller aufbaut, in der kein Bedarf und kein Platz für Konkurrenzkampf, Rassismus und patriarchale Unterdrückung ist. Wenn nicht heute, dann morgen, wenn nicht morgen dann übermorgen.

Nicht nur, aber gerade am 1. Mai rufen wir also dazu auf im politischen Widerstand und im Klassenkampf aktiv zu werden. Verleihen wir diesem Kampf auch Strukturen und Kontinuität. Bauen wir dort fortschrittliche, linke und revolutionäre Strukturen auf wo es nötig ist. Stärken und unterstützen wir sie dort wo sie schon existieren.

Für einen revolutionären Aufbauprozess!
Kapitalismus zerschlagen!
Für den Kommunismus!